Thrive XM Index: Diese fünf Faktoren prägen das Mitarbeitererlebnis

Wer die Mitarbeiterzufriedenheit im Blick hält, stärkt seine Marktposition. Laut Thrive XM Index beeinflussen fünf Aspekte das Mitarbeitererlebnis – und sollten deshalb unbedingt in die Analyse der Erlebnisdaten einfließen.

Wenn Mitarbeiter sich nach einem neuen Job umschauen, liegt das Studien zufolge meist daran, dass sie ihren Chef nicht mögen, mit ihrem Gehalt nicht zufrieden sind oder keine Entwicklungsmöglichkeiten sehen. Zudem verlässt laut einer LinkedIn-Befragung inzwischen aber bereits jeder dritte (36 Prozent) Arbeitnehmer sein Unternehmen, weil ihm das Betriebsklima dort nicht gefällt.

Negative Mitarbeitererlebnisse kommen die Wirtschaft also teuer zu stehen: Immerhin belaufen sich die durchschnittlichen Fluktuationskosten abhängig von der Unternehmensgröße auf rund 14.900 Euro pro Stelle. Es gilt also, gegenzusteuern. Doch das ist leichter gesagt, als getan – gerade, weil viele Unternehmen den Experience-Daten ihrer Belegschaft in der Vergangenheit oft wenig Aufmerksamkeit gewidmet haben.

Das soll sich mithilfe des Thrive XM Index künftig ändern. Mit dem gemeinsam von Thrive Global, Qualtrics und SAP SuccessFactors in Partnerschaft mit dem Fortune-Magazin entwickelten Diagnosetool können Unternehmen das Zusammenspiel von Mitarbeitererlebnissen und Geschäftsperformance überprüfen – und zwar ganzheitlich. Denn im Gegensatz zu herkömmlichen Werkzeugen legt der Thrive XM Index bei der Analyse der Mitarbeiterzufriedenheit neben klassischen Arbeitsaspekten weitere Faktoren zugrunde, wie Familie, Gesundheit, Finanzen und Zeit.

Laut Thrive XM Index sollten Unternehmen, die bei ihren Mitarbeitern durch erstklassige Erlebnisse punkten wollen, folgende fünf Kategorien in den Fokus nehmen:

1.) Arbeitsumfeld

Ob Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz positiv oder negativ erleben, hängt mit zahlreichen Aspekten zusammen: Vom Onboarding über die moderne Arbeitsplatzgestaltung bis hin zu passgenauen Weiterbildungsmöglichkeiten können Unternehmen aktiv für positive Erlebnisse sorgen. Dazu gilt es, die Erlebnisdaten (X-Data) aus dem Arbeitsumfeld gründlich zu analysieren. Leiden neue Kollegen unter mangelhafter Einbindung? Wo fühlen sich Mitarbeiter durch Medienbrüche besonders stark ausgebremst? Welche Karriereziele haben sie? Wer Antworten auf derartige Fragen hat, kommt auf dem Weg zu erstklassigen Mitarbeitererlebnissen ein gutes Stück voran.

2.) Familie

Die Geburt eines Kindes, die Pflege der dementen Mutter, der Tod eines nahen Familienangehörigen – viele Erfahrungen aus dem Privatleben wirken sich auf die Arbeitsleistung aus. Umso wichtiger ist es, dass Unternehmen bei der Entwicklung von Strategien zur Mitarbeiterbindung auch diese Aspekte berücksichtigen. Zum Beispiel, um Müttern nach Geburt und Elternzeit einen flexiblen Wiedereinstieg in den Job zu ermöglichen. Oder pflegende Angehörigen zu unterstützen, familiäre und berufliche Aufgaben leichter unter einen Hut bekommen. X-Daten helfen, auch hier die passenden Leitplanken für zufriedene Mitarbeiter zu definieren.

3.) Gesundheit

Gesundheitliche Aspekte tragen ebenfalls zu positiven Mitarbeitererlebnissen bei. Obwohl betriebliche Gesundheitsprävention inzwischen bei vielen Unternehmen an der Tagesordnung ist, treffen nicht alle Maßnahmen den Nerv der Belegschaft. Hier gilt es, nach zu justieren. Denn der kostenlose Yoga-Kurs in der Mittagspause bringt wenig, wenn kaum jemand daran teilnimmt. Die Analyse entsprechender Erlebnisdaten hilft, Wünsche und Denkweisen der Mitarbeiter zu verstehen. Auf dieser Basis lassen sich Angebote und Konzepte deutlich passgenauer entwickeln.

4.) Finanzen

Wer das Gefühl hat, gute Arbeit zu leisten, dafür aber schlecht bezahlt zu werden, ist unzufrieden. Auch deshalb sollten Unternehmen immer im Blick halten, ob ihre Mitarbeiter mit ihrem Gehalt zufrieden sind. Das allein reicht jedoch nicht aus. Denn so manchen Mitarbeiter plagen trotz guten Gehalts Geldsorgen. Eine fällige Hypothek fürs Eigenheim, eine teure Autoreparatur, hohe Unterhaltskosten – finanzieller Stress kann viele Gründe haben. Durch X-Daten lassen sich diese ermitteln, um gemeinsam mit dem Mitarbeiter nach Lösungen zu suchen.

5.) Zeit

Im Urlaub E-Mails beantworten, während der Arbeitszeit Arzttermine vereinbaren: Privat- und Berufsleben verschmelzen zunehmend. Gerade deshalb ist es so wichtig, bei der Analyse der Mitarbeiterzufriedenheit auch zeitliche Erfahrungswerte zu berücksichtigen. So lassen sich beispielsweise Schichtsysteme oder Arbeitszeitmodelle entwickeln, die Mitarbeitern und Unternehmensanforderungen gleichermaßen gerecht werden. Das reduziert ungeplante Fehlzeiten und steigert die Mitarbeiterproduktivität.

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Kirsten Schmidt
Über Kirsten Schmidt 8 Artikel
Kirsten Schmidt arbeitet als freiberufliche IT-Journalistin in Köln – und schreibt am liebsten über innovative Technologien. Nicht nur, weil sie die Welt von morgen enorm spannend findet. Sondern auch, weil sie selbst viele Jahre im Vertrieb unterschiedlicher Softwarefirmen und Systemhäuser tätig war – und sich deshalb im ITK-Markt entsprechend gut auskennt.