Vorwerk Temial: Wie traditioneller Tee auf neue Onlinewelten trifft

Fünf Jahre hat es gedauert, dann hat im vergangenen Jahr der Wuppertaler Traditionskonzern Vorwerk eine technische Innovation auf den Markt gebracht, die weltweit für viel Aufsehen sorgte. Ausgerechnet die uralte Teezubereitungstradition wird jetzt digital? 

Temial ist der Name des Inhouse-Startups von Vorwerk, da mit rund 40 Mitarbeitern die gleichnamige Teezubereitungsmaschine auf den Markt gebracht hat. Die ist ein Hightechprodukt, das sich zum Ziel gesetzt hat, ausgerechnet die Herzen der Traditionalisten zu erobern und neue Kundenschichten zu gewinnen. 

Das Gerät erfasst per QR-Code die verwendete Teesorte, aber nicht nur das. Es ermittelt die optimale Zubereitungsart für genau diese Blätter mit der passenden Brühtemperatur und Ziehzeit – etwas was für die echten Liebhaber und Kenner des Tees, ob nun Darjeeling, Assam oder Roiboos, besonders wichtig ist.  

Die smarte Maschine kann aber viel mehr, nämlich die unterschiedlichen Profile der Benutzer und ihre Trinkvorlieben speichern. Und natürlich gehört zum Komfort auch, dass Temial merkt, wenn neuer Vorrat geordert werden muss.  

Per App lässt sich die Maschine automatisch steuern und soll das „Tee-Erlebnis um spannende Komfortfunktionen“ erweitern. Dazu gehören Statistiken zum eigenen Trinkverhalten, das automatische Nachbestellen oder der Zugang zum Blog, in dem es Wissenswertes aus der großen Welt des Tees gibt. Gearbeitet wird zur Zeit noch an einer Sprachsteuerung mit Alexa.  

Ein smartes Gerät für den perfekten Tee 

Realisiert hat die Online-Plattform mit dem dazugehörigen Shop die Agentur ecx.io, die seit Anfang 2016 zu IBM gehört. Auf der Grundlage der Commerce Cloud von SAP CX entwickelte sie ein E-Commerce-Ökosystem rund um die clevere Teemaschine. Der Content wird mit Adobe Experience Manager (AEM) gepflegt, der für ein flexibles Frontend und die leichte Bedienbarkeit der Website beim Kunden sorgt. 

Dieser kann zwischen insgesamt sieben verschiedenen Bezahlarten wählen und sich einloggen, um beispielsweise die Bestellhistorie nachzuverfolgen. Der integrierte Shop-Locator gibt einen schnellen Überblick darüber, wo der nächste stationäre Vorwerk-Laden zu finden ist, in dem es Temial-Zubehör gibt. 

Mit der Tea-Party Kunden persönlich ansprechen 

Das junge Unternehmen verfolgt mit seinem innovativen Produkt eine Omnichannel-Vertriebsstrategie. Dazu gehören Online die Website, das Blog, die App und das Gerät selbst. Aber auch die stationären Shops, die klassische B2B-Schiene und die bereits von den Vorwerk-Produkten Thermomix und Kobold bekannten legendären Verkaufsparties. Last but not least soll eine Community aufgebaut werden, die sich zum Thema Tee und Teegenuss austauscht.  

Um die nächste „Tea-Party“ zu planen, können die Vorwerk-Temialberater das „Advisor-Portal“ nutzen und damit auch Kundenkontakte pflegen. Ein dort installertes Trackingtool macht die nutzerzentrierte Ansprache des Kunden möglich und hilft, seine Interaktionen nachzuvollziehen. So hilft das digitale Marketing beim Aufbau einer persönlichen Kundenbindung.  

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Gabriele Müller
Über Gabriele Müller 3 Artikel
Gabriele Müller arbeitet als freie Journalistin in Wuppertal. Sie ist spezialisiert auf die Themenbereiche E-Commerce, HR und CRM.