Mit SAP Commerce kommt der B2B-Onlinehandel in Fahrt

Die Corona-Krise hat den Online-Handel in den letzten Monaten massiv angekurbelt – und zwar auch im Geschäftsumfeld. Umso wichtiger, dass Unternehmen jetzt auch im B2B-Segment ihre Online-Shops zügig auf Vordermann bringen.

Wahnsinn, wie sich die E-Commerce-Umsätze unserer Kunden gerade entwickeln: In den letzten Wochen sind die Auftragsvolumina im Onlinehandel geradezu explodiert – und dass, obwohl sie schon zu Jahresbeginn deutlich über den Werten des Vorjahres lagen. Als das Virus sich ab Ende Februar von Westen und Süden aus über die ganze Bundesrepublik ausbreitete, nahm das Internet-Geschäft bereits langsam immer mehr Fahrt auf.

Dann erklärte die WHO am 11.März die COVID-19-Ausbreitung zur globalen Pandemie, weltweit wurden Kontaktsperren verhängt und Geschäfte geschlossen. Zugleich ging das Auftragsvolumen in Online Shops mit einem Zuwachs von mehr als 60 Prozent durch die Decke. Um sich anschließend auf diesem hohen Niveau einzupendeln. Mittlerweile rechnen Experten damit, dass die bis zum Ende des Jahrzehnts erwarteten Umsätze im E-Commerce bereits 2027 oder spätestens 2028 erreicht werden.

Im Home-Office lernen Einkäufer komfortable B2B-Shops zu schätzen

So richtig überrascht mich das nicht mehr. Wurde doch schon vor Wochen prognostiziert, dass die Corona-Krise dem E-Commerce zusätzliche Schubkraft verleihen würden. Und so ist es gekommen, auch wenn zunächst einzelne Segmente wie der Mode- oder Möbelhandel schwächelten. Und nicht nur die privaten Endverbraucher sind auf den Geschmack gekommen.

Auch im B2B-Commerce zwischen den Unternehmen wächst die Zahl der Online-Shops und -Einkäufer. Kein Wunder, schließlich spielen Öffnungszeiten und telefonische Erreichbarkeit dort keine Rolle und wer im Home-Office manchmal zu ungewöhnlichen Stunden seiner Arbeit nachgeht, weiß das sehr zu schätzen.

Außerdem wollen viele Geschäftskunden nicht mehr auf weitere Vorteile verzichten, die im Privatleben längst eine Selbstverständlichkeit sind. Das heißt konkret: Die Erwartung von Einkäufern großer und kleiner Unternehmen an erstklassige Online-Shoppingerlebnisse steht denen von Endverbrauchern mittlerweile in nichts nach.

Denn wer will sich schon durch meterdicke Kataloge arbeiten, wenn sich die gewünschte Ware am Rechner schnell finden und mit einem Mausklick bestellen lässt. Gerade im B2B wird der Webshop deshalb künftig zu einem unverzichtbaren Wettbewerbsfaktor. Das bestätigt auch eine aktuelle ibi resarch-Studie. Demnach werden B2B-Unternehmen im Jahr 2025 mehr als die Hälfte ihrer Beschaffungsaufträge online erteilen.

Erheblicher Nachholbedarf für Geschäftskunden bei der Online-Beschaffung

Bis dahin bleibt allerdings noch eine Menge zu tun. Denn aktuell wird der Großteil der Orders in diesem Segment immer noch schriftlich oder telefonisch platziert. Wen wundert das? Denn viele B2B-Webshops – wenn es sie überhaupt gibt – sind bereits in die Jahre gekommen. Sie stellen sich leider noch immer etwas unübersichtlich dar und sind häufig nur unzureichend mit Unternehmensanwendungen wie dem ERP-System integriert und bieten im Vergleich zum herkömmlichen analogen Warenkatalog deshalb kaum Vorteile.

Passgenaue Such- und Navigationsmöglichkeiten, personalisierte Produktvorschläge, automatische Berücksichtigung von vereinbarten Kundenrabatten oder leicht zugängliche Einkaufshistorien für einfache Nachbestellungen? Meistens Fehlanzeige! Auch verlässliche Angaben zu Verfügbarkeiten und Lieferzeiten sucht man in den meisten B2B-Webshops immer noch vergeblich, was aber für Erfolg und Akzeptanz entscheiden ist.

Laut der brandaktuellen Forrester-Studie „The State of Commerce Experience“, für die weltweit Nutzer und Entscheider aus B2C- und B2B-Unternehmen befragt wurde, ist das digitale Einkaufserlebnis in Deutschland oft noch mangelhaft. So war nur für weniger als 20 Prozent der Befragten ihre letzte Online-Erfahrung vollständig personalisiert. Und obwohl eine einfache Navigation im Onlineshop für 76 Prozent der Kunden laut der Studie ein wichtiges Kriterium ist, bemühen sich nur 46 Prozent der Anbieter tatsächlich darum.

200.000 verschiedenen Schrauben und Verbindungselemente per Mausklick

Dass es auch anders geht, zeigt beispielsweise die neue E-Commerce-Plattform der Schweizer Bossard Group. Denn hier finden Kunden unter rund 200.000 verschiedenen Schrauben und Verbindungselementen innerhalb weniger Sekunden das gesuchte Produkt, inklusive weiterführender Informationen wie Spezifikationen, Zertifikate oder aktuelle Warnhinweise. Bestellungen lassen sich wahlweise über den Bildschirm oder per Barcode-Scan vorhandener Verpackungen zusammenstellen. Einfacher und anwenderfreundlicher geht es kaum.

Der neue Bossard-Webshops wurde übrigens auf Basis des neuen SAP Commerce realisiert. Aus gutem Grund. Immerhin ist die enorm skalierbare, flexible und einfache Plattform laut einem aktuellen Report der Marktforscher von Forrester vor allem „für Unternehmen, die bereits SAP S/4HANA oder die SAP Customer Experience Suite einsetzen, die allererste Wahl“. Laut dieser Studie bietet sie in Teilbereichen wie Product Information Management (PIM), Digital Asset Management (DAM) und Order Management Solutions (OMS) „überdurchschnittliche Ergebnisse“.

Auch das neue SAP Spartacus Frontend, mit dem Webshop-Betreiber einen virtuellen Showroom mit wenigen Handgriffen so gestalten können, dass sich die Nutzer darin wohlfühlen und optimal zurechtfinden, ist ein absoluter Pluspunkt. Ruckzuck wandeln sich dank nahtlos integrierter Content Management Systeme (CMS) langweilige Onlineshops durch Videos und Bilder, nutzergenerierte Inhalte, überzeugende Produktgeschichten und andere Features zu attraktiven Informationsquellen.

Aus meiner Sicht eine perfekte Verbindung: Wir erleichtern über das PIM die Verwaltung der Produktinformationen aus dem ERP-System, das CMS ermöglicht die komfortable Pflege von Inhalten und das Frontend ermöglicht eine überzeugende Customer Experience. Und die Verwaltung von Kundenprofilen und Log-Ins erlaubt eine 100%-ige Einhaltung aller Datenschutz- und Sicherheitsbestimmungen.

Damit steht den Anwendern SAP Commerce auch im B2B-Bereich der Weg zu einem umfassenden, contentgetriebenen Einkaufserlebnis über alle Kundenkontaktpunkte hinweg offen. Optimale Voraussetzungen, um Einkäufer zu begeistern und den Online-Umsatz mit seinen Geschäftspartnern in der Post-Corona-Zeit weiter anzukurbeln.

SAP Commerce bringt B2B-Webshops in Rekordzeit an den Start

Wir haben also einen wichtigen Teil unserer Hausaufgaben erfolgreich erledigt, werden uns aber auf diesen Lorbeeren keinesfalls ausruhen. Schließlich wünschen sich die Anwender von SAP Commerce – so auch der Forrester-Report – vor allem eine noch „tiefere Plattform-Integration“ sowie eine engere Verknüpfung mit dem bereits vorhandenen breiten Portfolio an Engagement-Technologien. Als Beispiel nennen die Analysten die Personalisierungs-Engine, die Möglichkeit zur Einrichtung von Chatbots oder die Erweiterungen für Microservices und Serverless Computing.

Auch hebt Forrester unser neues CMS hervor. Wobei wir die Integration mit anderen Lösungen am Markt – wie z.B. Adobe Experience Manager oder dem FirstSpirit Hybrid Headless CMS – ebenfalls vorantreiben. Mit letzterem Anbieter haben wir kürzlich die enge Verbindung mit der Spartacus-Storefront vereinbart. So lassen sich einfach und ohne Programmierung begeisternde Einkaufserlebnisse auf Websites, mobilen Geräten, in sozialen Medien, Digital Signage, progressiven Webanwendungen und Konversationsplattformen bereitstellen. Klassische Produktkatalog-Websites gehören damit der Vergangenheit an.

Denn im B2B-Umfeld reicht es heute nicht mehr aus, einen isolierten Webshop vorzuhalten oder den Einkäufern gar nur eine einfache Internet-Präsenz zu haben. Es geht vielmehr darum, auch im Beschaffungswesen den höchstmöglichen Komfort anzubieten. SAP Commerce und die übrigen Module der SAP Customer Experience Lösungen enthalten deshalb alle Werkzeuge und Funktionen, die dafür erforderlich sind.

Etwa Möglichkeiten der Hyperpersonalisierung von Marketingkampagnen mit Hilfe von SAP Marketing. Ebenso wie die nahtlose Integration des Kundendiensts mit SAP Service. Denn gerade im B2B-Bereich geht es ja nicht um einen einmaligen Kauf, sondern um eine dauerhafte Kundenbeziehung, die zu immer wiederkehrenden Beschaffungsaufträgen führt. Und die hängen entscheidend von einem Super-Kundendienst ab.

Und das Schöne daran: Mit dem MVP-Ansatz (Minimum Viable Product) können wir einen zeitgemäßen B2B-Onlineshop in einer Rekordzeit von nur wenigen Wochen implementieren. Unsere zertifizierten Partner haben hier „Templates“ gebaut, um dies zu ermöglichen. Das erlaubt eine FAST TIME TO MARKET wie es früher, mit sogenannten On-Premise-Lösungen, nicht möglich war. Heute geht es darum, mit Hilfe agiler Methoden eine neue E-Commerce-Lösung mit zunächst minimalen Funktionen und Anstrengungen zu entwickeln, die dem Benutzer den größten Mehrwert bietet.

Weitere Vorteile sind die nahtlosen Upgrades der Software auf neue Releases, die wir übernehmen und einspielen. Ständig neue Innovationen im Shop sind damit ebenfalls agil und kommen quasi auf Knopdruck. Und schließlich garantieren wir ZERO Downtime – die Shops sind damit rund um die Uhr mit höchster Performance verfügbar und lassen sich beliebig skalieren.

Unser Ansatz reduziert so die Gesamtinvestitionen und minimiert das Risiko. Wer jetzt damit startet, kann bereits nach den Sommerferien seine Geschäftskunden in einem State-of-the-Art-Webshop begrüßen und ist damit bestens für die Post-Corona-Zeit aufgestellt.

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Christopher Knörr
Über Christopher Knörr 7 Artikel
Christopher Knörr ist Senior Vice President & GM Vertrieb bei SAP Deutschland. Er verfügt über 20 Jahre Erfahrung in der IT-Branche, darunter bei Unternehmen wie SAP, Oracle oder PeopleSoft in unterschiedlichen Funktionen im lokalen und internationalen direkten und indirekten Vertrieb und Channel-Management.