KI: Wenn Regale so richtig was auf dem Kasten haben

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Lage ist nichts, Erlebnis ist alles: Umso wichtiger ist es, dass der stationäre Handel seine Verkaufskonzepte an aktuelle Bedürfnisse anpasst und den Verbraucher mit innovativen Lösungen begeistert. Smarte Regale helfen dabei.

Von Amazon bis Zalando – der Onlinehandel boomt. Dagegen kämpfen in deutschen Innenstädten immer mehr Einzelhändler ums Überleben. Das Kölner Institut für Handelsforschung (IFH) geht in einer Studie davon aus, dass in den kommenden zehn Jahren allein in Nordrhein-Westfalen bis zu 25.000 stationäre Läden schließen werden. „Der Wettbewerb im digitalen Zeitalter wird intensiver, differenzierter und innovativer. Das erfordert eine ganzheitliche Kundenzentrierung auf allen Ebenen“, unterstrich IFH-Geschäftsführer Boris Hedde.

Konsequente Kundenzentrierung künftig ein Muss

Während früher allein die Lage über Hop oder Top entschied, dreht sich heute alles um das Kundenerlebnis. Und das muss überzeugen. Denn die Ansprüche der Verbraucher steigen. Sie verlangen auch im stationären Handel hohe Verfügbarkeit, passgenaue Angebote und individuelle Beratung. Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, müssen Einzelhändler ihre Prozesse und Strukturen neu ausrichten.

Dazu gehört einerseits der Ausbau der eigenen Internetpräsenz. Immerhin findet es laut der Studie jeder zweite Innenstadtbesucher (49 Prozent) wichtig, sich unterwegs online über die Geschäfte informieren zu können. an, mehr als jeder Dritte würde gerne per Mausklick im stationären Handel einkaufen. Umso wichtiger ist es, sich mit Suchmaschinenoptimierung, sozialen Netzwerke und der Einrichtung eines Onlineshops zu befassen. Dies seien mittelfristig aber nur Basisanforderungen. „Es wird darum gehen, wie man Daten online und offline generiert und im Sinne einer konsequenten Kundenzentrierung auch unter Einsatz Künstlicher Intelligenz nutzbar macht“, heißt es in der IFH-Studie.

Smarte Regale sind deshalb für zukunftsorientierte Einzelhändler ein wichtiger Erfolgsfaktor. Beispielsweise im Rahmen der Sortimentsgestaltung: Schließlich registrieren sie nicht nur, welches Produkt Kunden wie oft entnehmen. Sie erfassen auch, ob es anschließend auch gekauft wird oder der Konsument es anschließend doch wieder zurückstellt. Derartige Informationen bieten die Grundlage für sogenannte Shopper Insights, die wiederum eine fundierte Entscheidungsgrundlage für Preisanpassungen oder gezielte Rabattaktionen bilden.

Darüber hinaus lassen sich mithilfe smarter Regale auch Präsentationslücken schließen. Aktuell verbringen Filialmitarbeiter einen großen Teil ihrer Arbeitszeit damit, Verfügbarkeiten im Laden manuell zu prüfen und Ware bei Bedarf rechtzeitig aufzufüllen. Das kostet viel Zeit, die bei der Beratung fehlt und auf die Marge drückt. Intelligente Regale informieren dagegen proaktiv über drohende Regallücken – und zwar noch bevor das letzte Exemplar eines Produkts über das Kassenband läuft. Zeitaufwendige Marktbegehungen gehören damit ebenso der Vergangenheit an wie fehlerhafte Preisauszeichnungen. Denn intelligente Regale kennen die Preise der einzelnen Produkte und registrieren Differenzen in der Auszeichnung umgehend.

Modebranche setzt verstärkt auf smarte Konzepte

Vor allem die Modebranche setzt inzwischen immer häufiger auf intelligente Storekonzepte. So helfen beispielsweise in die Kleider eingenähte RFID-Chips, einzelne Hosen, Röcke oder Pullis im gesamten Laden zu tracken und so fehlerhaft einsortierte Waren schnell wieder an den richtigen Ort zu bringen. Zudem verschaffen sich Mitarbeiter großer Modehäuser vielerorts per Handscanner einen Überblick über aktuelle Bestände im Regal – und erkennen so im Handumdrehen, ob alle Größen und Farben in ausreichender Menge vorhanden sind.

Allerdings lässt sich RFID nicht überall so effektiv einsetzen wie im Textilmarkt. Metall und Flüssigkeiten wirken sich negativ auf die Funkübertragung aus, im Lebensmittelhandel rechnet sich der flächendeckende Einsatz der Transpondertechnologie auch aufgrund der geringen Preise und Margen noch nicht. Mittelfristig werden sich intelligente Regale und Storekonzepte aber auch in anderen Branchensegmenten durchsetzen. Schließlich werden entsprechende Lösungen immer besser und auch immer günstiger.

SAP-Forum für den Handel in Frankfurt

Wo der Weg hinführt und was im Handel heute schon möglich ist, zeigt das „SAP Forum für den Handel 2019“ Ende Mai in Frankfurt. Unter dem Motto „Intelligent handeln und Kunden begeistern“ informiert der zweitägige Branchentreff über innovative Retail-Lösungen. Neben spannenden Vorträgen und Showcases bietet das Event die Möglichkeit, sich mit anderen Unternehmen auszutauschen und dadurch neue Impulse und Ideen zu gewinnen.

Sie möchten wissen, wie künstliche Intelligenz und innovative Konzepte den Handel der Zukunft prägen werden? Dann melden Sie sich am besten umgehend für das diesjährige SAP-Handelsforum am 28./29. Mai in der Frankfurter Messe an.

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Kirsten Schmidt
Über Kirsten Schmidt 8 Artikel
Kirsten Schmidt arbeitet als freiberufliche IT-Journalistin in Köln – und schreibt am liebsten über innovative Technologien. Nicht nur, weil sie die Welt von morgen enorm spannend findet. Sondern auch, weil sie selbst viele Jahre im Vertrieb unterschiedlicher Softwarefirmen und Systemhäuser tätig war – und sich deshalb im ITK-Markt entsprechend gut auskennt.